Mitdenken und Mitlenken statt Aufregen und Aufgeben

Maximilian Stoller, Präsident  11.06.21

Die Politik rund um den Klimawandel ist ein undurchsichtiger Sumpf aus ideologischen Prizipienproklamierern mit Hang zur Dramatik. Ob dies der Situation angemessen ist oder nicht, war für mich nie entscheidend und dies will ich auch heute nicht beurteilen. Als zielführend ist mir die gegenseitige Diskussionsverweigerung nie erschienen. Das Pochen auf Maximalforderungen kann kein ernst gemeintes Ziel sein, wenn man in einem liberalen und freien Land leben möchte.

Es war nie so, dass ich geglaubt hätte, mehr Weisheit oder Weitsicht zu besitzen als andere. Ansonsten hätte ich wohl (wie andere es vormachen) die Gründung eines Kultes anstatt eines Vereins angestrebt. Um ehrlich zu sein, wollte ich mich einfach in die Diskussion rund um den Klimawandel einbringen können, ohne eine meiner Ansicht nach verfilzte Ideologie übernehmen zu müssen; sei diese aus dem Lager der Gegner oder jene von Seiten der Befürwortern. 

Die Veränderung des globalen Klimas, sei diese nun komplett oder in Teilen menschgemacht, erscheint mir als längerfristiges Problem. Alleine dies sollte uns dazu motivieren, eine Veränderung anzustreben. Die globalen Kosten der Klimaveränderungen scheinen mir kaum tragbar und in Anbetracht der durchaus nachvollziehbaren Entwicklungsbestrebungen mancher Kontinente sehe ich auch keine Besserung in Sicht. Doch anstatt wie die Hiobisten mantraartig bekannte Probleme ins Zentrum zu rücken, würde ich mir mehr konstruktive Lösungsfindung wünschen. Der Mensch hat sich als adaptives Wesen herausgestellt und unsere Fähigkeit zur Lösungsfindung ist einzigartig auf der Erde. Deshalb bin ich überzeugt, dass der Mensch auch für die globalen Klimaveränderungen Lösungen finden wird. Dazu muss man ihn jedoch bereits in jüngsten Jahren befähigen und sein Interesse wecken.

Unser Verein respecTomorrow hat einen längeren Weg hinter sich und wurde von vielen Studierenden geprägt. Immer mit der Mission ohne eine Ideologie einen wissenschaftlich fundierten Beitrag zur Lösung der Frage nach einem idealen Umgang mit den Klimaveränderungen zu leisten. Angefangen haben wir als Gruppe, welche sich im Bereich der Kommunikation engagieren wollte, dann haben wir uns zwischenzeitlich in der Umsetzung von konkreten Produkten wie einer App versucht und haben mittlerweile die Wurzeln dessen gefunden, was der Ursprung unserer Gründung war. Wir wollen junge Menschen dazu befähigen, die Natur besser zu verstehen, um später nachhaltigere Entscheidungen zu treffen. Weder wollen wir ihnen einen ökoextremistischen Weg aufzwingen, noch die Wissenschaftlichkeit von Fakten leugnen. Junge Menschen sollen selbst denken dürfen und dabei wollen wir ihnen das nötige Rüstzeug in die Hand geben. Mit unserem Beitrag zur Bildung der Bevölkerung können wir den Klimawandel nicht stoppen, doch genauso wenig geschieht dies mit Sitzstreiks und Steuern oder der Hoffnung auf marktwirtschaftliche Regulative und heilbringende Technologien.

Unsere Bildungsprojekte verfolgen das Ziel, dass junge Menschen in Zukunft mitdenken und mitlenken können und sich nicht nur aufregen oder aufgeben müssen. Denn egal ob es schlussendlich politische, soziale, technologische, wissenschaftliche oder marktwirtschaftliche Wege sind, die der Klimaveränderung Herr werden können, zu Beginn wird immer eine nachhaltige Bildung stehen.